Eine Kurzgeschichte

Ein Hund ist kein Paar Schuhe – eine aktuelle Geschichte

 

Welpen werden geboren; wunderbar. Mit wenig Schlaf und viel Arbeit, ein wenig Angst aber genügend Hoffnung wachsen und gedeihen die Winzlinge; wie niedlich.

Nach drei Wochen weiß auch der letzte Welpe, die Nacht ist zum Schlafen da.

Ein kollektives Schlaferlebnis stellt sich ein, auch für einen selbst.

 

Wochen vergehen, die Arbeit nimmt nicht ab, aber wird anders.

Kot nimmt exponential zum Welpenwachstum zu. Wo kommt denn das alles her?

Nach sechs, sieben Wochen weiß auch der letzte Welpe, der Rasen ist zum Kacken da.

Ein kollektives Draußenerlebnis stellt sich ein, auch für einen selbst.

 

Acht, neun oder auch zehn Wochen sind vergangen. Die Welpen finden ein neues Zuhause; wunderbar.

Den Hund angeschaut, wie niedlich.

Viel Geld auf den Tisch gelegt und viel Hund dafür bekommen. Stellt was da, kann schon was, will auch was und überhaupt.

 

Am Tag der Abholung oder des Bringens wird er von seinen Geschwistern und der Mutter getrennt; Panik.

Fremde Leute, eine lange Autofahrt, ungewohnte Gerüche und Geräusche;

alles komisch, alles neu.

 

Tage vergehen. Gibt’s eigentlich ´ne Garantie? Ob man den wohl Umtauschen kann?

Gefällt mir die Farbe? Hat der gerade geknurrt? Ist der wohl schlau genug?

 

Wer hier jedenfalls nicht besonders schlau ist, bist Du, Mensch!

 

Kommt der Welpe zurück, geht’s erstmal zum Arzt, Kontakt zu anderen Hunden oder nicht.

Die Freude der Daheimgebliebenen ist verhalten; wer ist hier der Boss?

Keiner mag mich, hoffentlich muss ich nicht noch mal weg; Verlustangst.

 

Erst denken, dann kaufen. Keine Mängel, kein Geld zurück.

 

Der Hund ist kein Paar Schuhe und wir kein Schuhgeschäft.

 

Lars Schipper